Bachstelze [White Wagtail] (Motacilla alba)
Autor: Jobst H. Klemme

 

Bachstelze

Bachstelze (Motacilla alba), Männchen 

 


Weitere Bachstelzen-Fotos:

Bachstelze: Adulter Vogel (wahrscheinlich Männchen) [Juni]  Bachstelze_2: Selbständiger Jungvogel [Juni] 
 

Informationen zur Art: Die Bachstelze (Motacilla alba) [Länge 18 cm, Geschlechter ähnlich gefärbt] aus der Familie der Pieper und Stelzen (Motacillidae) ist mit ihrer kontrastreichen Schwarz-Weiß-Grau-Färbung praktisch mit keinem anderen kleineren Singvogel zu verwechseln. Ein weiteres Charakteristikum ist der lange, ständig wippende Schwanz (deshalb im Englischen der Gattungsname „Wagtail“). Der Bachstelzen-Bestand in Mitteleuropa beträgt etwa 1,5 Millionen Brutpaare. Das Brutgebiet umfasst Europa (inklusive britische Inseln, Island und die Mehrzahl der Mittelmeerinseln [Ausnahme Balearen und Zypern]), Nordwestafrika (Marokko), Kleinasien und Asien südlich bis zum Iran, Himalaja und Südchina. Im Westen und Süden Europas (SW-Frankreich, Balkan, Mittelmeerländer), Kleinasien, Irak und Teilen von Iran ist die Bachstelze Jahresvogel; in den übrigen Gebieten Zugvogel. Anders als der Artname vermuten lässt, ist das Vorkommen der Bachstelze nicht streng an Gewässer gebunden. Die Bachstelze brütet gern in oder in der Nähe von menschlichen Siedlungen (Dörfer, Bauernhöfe, Industriegebäude in ländlicher Umgebung, u.a.) und zumeist nicht in der Nähe von Gewässern. Gemieden werden geschlossene Waldgebiete, Agrikulturlandschaften ohne Bäume und Gebäude, sowie das Innere großer Städte. Die Nahrungssuche erfolgt in offenem Gelände (Wiesen und Viehweiden, Brachflächen,  Weg- und Straßenränder, etc.) und an Gewässern.
 
Die Nahrung der Bachstelze besteht vorwiegend aus vom Boden aufgenommenen Insekten, Würmern und kleinen Schnecken. Auch die Jungenaufzucht erfolgt mit tierischer Nahrung. Nestbau in Höhen von 3 m und höher in Mauer- und Felsspalten (seltener auch Baumhöhlen), unter Brücken, in Höhlungen von Gebäuden, u.a. Die erste Brut erfolgt im April, eine zweite Brut im Juni/Juli.  Die Gelege enthalten zumeist 5 – 6 Eier. Brutdauer 12 – 14 Tage. Nestlingsdauer 14 – 15 Tage. Die jungen Bachstelzen wippen schon im Nest mit dem Schwanz. Das Großgefieder (vgl. Bachstelzen-Bild 3) ist etwa 1 Monat nach Ausfliegen entwickelt. Der Wegzug der mitteleuropäischen Bachstelzen erfolgt (gebietsweise verschieden) Mitte September bis Anfang Oktober, die Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten Ende März bis Anfang April. Die Überwinterungsgebiete für die in Deutschland brütenden Bachstelzen liegen in Südeuropa und in Nordafrika (bis etwa Senegal). 
 

Literatur zu den Informationen zur Art: Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.), Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag,
Wiebelsheim 2001

 

 

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